Jüngster Empa Co-Autor

«Olympia-Gold» für Jungforscher

11.12.2017 | CORNELIA ZOGG

Was als zweiwöchiges Praktikum an der Empa begann, endete für Luca Schaufelberger an der «GENIUS Olympiad» in den USA: Als Gewinner des nationalen Wettbewerbs von «Schweizer Jugend forscht» vertrat er sein Land an den Olympischen Spielen für helle Köpfe – und gewann auch dort! Seine wiederverwendbaren Wasserfilter aus Nanocellulose haben Jury-Gremien von hier bis über den Atlantik begeistert.

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Bundesrätin Doris Leuthard besucht den Stand von Luca Schaufelberger beim «Schweizer Jugend forscht»-Wettbewerb und lässt sich die Funktionsweise der Nanocellulose-Filter erklären. Bild: Michael Riechsteiner («Schweizer Jugend forscht»)

Filter aus chemisch modifizierten Cellulose-Nanofibrillen eignen sich optimal zur Entfernung von Huminsäuren aus verschmutztem Wasser – so viel hatten Forschende an der Empa um Houssine Sehaqui und Tanja Zimmermann bereits demonstriert. Der Maturand Luca Schaufelberger von der Kantonsschule Zofingen hat daraufhin Anfang 2017 im Rahmen seiner Maturaarbeit während eines Praktikums an der Empa ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die in den Filtern gebundene Huminsäure praktisch restlos entfernen lässt; dadurch können die Filter mehrmals verwendet werden, ein entscheidender Vorteil, da weitaus ökologischer als Einwegnutzung. Dazu nutzte er eine basische Kochsalzlösung, die sich als so effektiv erwies, dass der Filter damit mehrmals gereinigt und mit nur leicht sinkender Effizienz wiederverwendet werden konnte.

Mit 19 Jahren Co-Autor von zwei Publikationen

Das Praktikumsprojekt des 19-Jährigen war dabei so richtungsweisend, dass seine Arbeit in Kombination mit der Forschung an der Empa zu zwei wissenschaftlichen Publikationen führte. Damit nicht genug: Seine Maturaarbeit gewann ausserdem das Prädikat hervorragend von «Schweizer Jugend forscht» – und einen Zusatzpreis, der ihn – als einzigen Vertreter der Schweiz – dazu berechtigte, automatisch an der «GENIUS Olympiad» an der State University of New York (SUNY) in Oswego direkt am Ontariosee teilzunehmen. Bei diesem alljährlich stattfindenden Wettbewerb treten Schüler und Schülerinnen aus aller Welt mit Projekten im Umweltbereich in fünf Kategorien gegeneinander an. Auch da stiess sein wiederverwertbarer Nanocellulose-Filter auf Riesen-Interesse. Und gewann Gold in der Kategorie «Wissenschaft».

In fünf Wochen zum Erfolg

Keine schlechte Ausbeute für fünf Wochen Praktikum, oder? Lucas erstes Praktikum dauerte zwei Wochen und gab ihm die Möglichkeit, die Grundlagen der Filterherstellung unter Anleitung von Empa-Forscher Houssine Sehaqui zu erarbeiten. Im Rahmen seiner Matura-Arbeit kehrte er an die Empa zurück und machte den Nanocellulose-Filter wiederverwendbar. Die Arbeit im Labor und die Reisen und Präsentationen in der Schweiz und den USA haben Luca Schaufelberger erste Einblicke in das Leben eines Forschers gegeben, und er möchte diesen Weg in Zukunft weiter gehen. «Nach meinem Militärdienst möchte ich an der ETH Zürich Interdisziplinäre Naturwissenschaften studieren», bestätigt er. Das Thema Nachhaltigkeit liegt ihm enorm am Herzen, was ihn dazu gebracht hat, sich dem Thema Wasser und vor allem dem Thema Wasserverschmutzung und -wiederaufbereitung zu widmen. Wenn man sich vorstellt, was der Nachwuchs-Forscher in fünf Wochen Praktikum so alles erreicht hat, dann lässt sich nur erahnen, was er erst nach seinem Studium bewirken könnte.

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