Neues Berechnungsmodell für Eisenbahnlärm

«sonRAIL» geht an den Start

21 sept. 2009 | DANIEL OCHS
Das von Empa-Wissenschaftlern in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forschungsteam entwickelte Berechnungsmodell für Eisenbahnlärm «sonRAIL» nimmt per Ende September sein operatives Geschäft auf. Damit kann etwa politischen Gemeinden die Berechnung von Eisenbahnlärm-Immissionen in bisher unerreichter Genauigkeit angeboten werden.
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Legende: Diverse Messmikrophone, wie etwa ein Linienarray auf der rechten Seite, messen auf der Strecke Mattstetten-Rothrist die verschiedenen Lärmquellen.


Eisenbahnlärm gehört für viele Menschen zum Alltag. Doch Lärm stört und kann krank machen. Das von Empa-Projektleiter Jean-Marc Wunderli mitentworfene Modell ermöglicht es, die Lärmquellen von Zügen mit äusserst hoher Genauigkeit zu lokalisieren und zu quantifizieren. Ebenfalls kann mit diesem Berechnungssystem die Wirksamkeit verschiedener Lärmschutzmassnahmen prognostiziert werden. «sonRAIL» besteht aus zwei verschiedenen Modellen: einem Emissionsmodell, das die Schallentstehung und die Abstrahlung des Lärms beschreibt, und einem Ausbreitungsmodell, das die Dämpfung von der Schallquelle zum Empfänger berechnet.

 
Bislang grösstes Lärmschutzprojekt des BAFU
Auftraggeber für die Entwicklung des Modells war das Bundesamt für Umwelt (BAFU). Mit einem Volumen von mehr als drei Millionen Franken handelt es sich um das bislang grösste Projekt der BAFU-Abteilung für Lärmbekämpfung. «sonRAIL» wurde innerhalb von drei Jahren durch ein internationales Forschungsteam erstellt, dem unter anderem die Empa und die Technische Universität Berlin angehören. Die Dienstleistung von «sonRAIL» richtet sich primär an Bundesstellen, steht aber auch Gemeinden und anderen Interessierten zur Verfügung. Ziel ist es, fundierte Grundlagen für Schallschutzmassnahmen zu erhalten. Ebenso wird eine europaweite Harmonisierung der Lärmberechnung angestrebt.
 
 


 

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