Nationaler Zukunftstag

Die jüngsten Forscher an der Empa

Nov 11, 2016 | THOMAS GSCHWIND
Einmal mehr hat die Empa ihre Türen und Tore für alle interessierten Kinder geöffnet. Im Rahmen des Nationalen Zukunftstages besuchten mehr als 100 Schülerinnen und Schüler die Empa in Dübendorf und in St. Gallen.
/documents/56164/894672/Stopperbild+Zukunftstag+2016.jpg/55d5a081-16b5-45b5-aa6c-47d6cd9636b3?t=1478871710160

Was 2001 als «Vater-Tochtertag» begann, um Mädchen einen Einblick in klassische Männerberufe zu geben, wird heute als Nationaler Zukunftstag durchgeführt. Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 13 Jahren können einen Tag lang die Arbeitsstelle ihrer Eltern, Verwandten oder Bekannten besuchen. Auch die Empa nimmt bereits seit 14 Jahren daran teil und ermöglicht es Kindern, einen Tag lang in die vielfältige Welt von Forschung und Entwicklung einzutauchen.

Am Morgen begrüssten die Verantwortlichen Kindern und Eltern in der Empa-Akademie in Dübendorf. Sie erklärten, was die Empa macht, wozu Forschung gut ist und was sie damit erreichen will. Weil Sitzen und Zuhören nicht der Idee des Zukunftstages ist, konnten die Kinder bereits kurze Zeit später zu ihren Workshops gehen, die sie sich vorher ausgesucht hatten.

Spielerisches Forschen und Entwickeln in den Workshops
/documents/56164/894672/Zukunftstag+2016.jpg/eeba119d-3516-484f-8d27-46ea2d345f9b?t=1478871710533

Im Workshop Thermografie hiess es zum Aufwärmen «Technologie gegen Kinder» oder anders gesagt, Verstecken im Dunkeln, wobei der Suchende, Roman Furrer aus der Abteilung «Reliability Science and Technology», mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet war und sich nur auf diese verlassen konnte. Nicht ganz überraschend und zur Freude des Nachwuchses musste sich die Technik geschlagen geben. Bei gewissen Spielen ist und bleibt Erfahrung und Routine für einen Sieg nun einmal unerlässlich. Gut gemacht!

«Wer ist Leonardo da Vinci?» Mit dieser Frage begrüsste Brücken-Koryphäe Urs Meier, der ehemalige Leiter der Empa in Dübendorf,  die Kinder im Workshop Brückenbau. «Der, der die Mona Lisa gemalt hat» ist darauf auch die richtige Antwort. Dass dieser Universalgelehrte aber auch Brücken entworfen hat, wissen die Kinder nun garantiert. Sie konnten die «Leonardo-Brücke» bauen und diese auch erfolgreich und unfallfrei überqueren.

Unter dem Motto «Mechanik zum Erleben und Anfassen» durften die Kinder in der Werkstatt Schlüsselanhänger fräsen und bohren. Und mit dem Gravieren des eigenen Namens wurde daraus sogar ein Unikat. Ausserdem zeigte Guido Wyss auf, welche Kraft Luft hat und was man damit alles anstellen kann.
Mit Luftdruck beschäftigte sich ebenfalls der Nachwuchs in Gruppe vier. Unter dem Namen «Wir basteln ein Auto» lud Christian Bach ins Motorenhaus ein. Man begann hier mit der Diskussion über die Zukunft der Motoren und welche Alternativen zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren es bereits gibt. Der Wissensstand der zum Teil doch noch sehr jungen Teilnehmern beeindruckte. Folglich war es für alle ein Spass, ein Luftdruckauto zu bauen und dessen Tempo in einem Rennen zu bestaunen. Gewonnen haben alle, ganz klar.

Die Chemiker Regula Haag und Norbert Heeb zeigten den «Kleinen» das wirklich Kleine. Im Workshop «Willkommen in der Welt der Moleküle» gab es erste Einblicke in die Welt der Chemie. Mit Experimenten und Modellen zeigten die Empa-Forschenden, was mit menschlichem Auge nicht sichtbar ist. Zudem haben alle Teilnehmer gelernt, dass Süssigkeiten und Zahnstocher sofern man sie richtig zu Molekülmodellen zusammenbaut – im Labor durchaus hilfreich sein können. Zähneputzen nicht vergessen…

Wir benutzen sie alle fast täglich und doch verschwenden wir nur im seltensten Fall einen Gedanken an sie: die Strasse. Genauer gesagt: den Asphalt. Die Gruppe «Strassenbau» nahm sich genau diesem Phänomen an und lernte, das ist eine Wissenschaft! Nicki Conzelmann und Christian Meierhofer zeigten den Kindern so viel wie möglich und hinterliessen einen bleibenden Eindruck. Auch weil jedes Kind mit einem kleinen Teilstück Strasse nach Hause kehren durfte.

Kurz vor der Mittagspause trafen sich dann alle nochmals in der Akademie. Mit Fotos und kurzen Erklärungen der Kleinen (und der Grossen) wurden alle im Saal darüber informiert, was in den verschiedenen Workshops passierte und vor allem auch, was interessiert hat.

Die Kinder im NEST

Nach dem wohl verdienten Mittagessen führten Reto Largo und Rico Marchesi durchs NEST. Reto und Rico bewiesen dabei, dass sie hoch technische Elemente und Technologien mit einfachen Worten kindergerecht erklären können.  Die Kinder haben dies mit  Interesse und schlauen Fragen honoriert. Etwa: «Warum ist die Toilette im «Vision Wood» nicht auch aus Holz?» und «Warum schweben diese «Eier»  in der zukünftigen Wellness- und Fitnessunit in der Luft und wie kommt man da rein?» Dass die Toilette aus hygienischen Gründen zurzeit noch nicht aus Holz ist und die «Eier» die Schwitzkabinen der Unit   aus rein ästhetischen Gründen in der Luft schweben, nahmen die Kinder bewusst zur Kenntnis. Die Brücken, auf denen man in die schwebenden Saunen gelangt, imponierten Jung und Alt.

Im Gegenzug kamen die Antworten auf die von Reto Largo und Rico Marchesi gestellten Fragen wie aus der Pistole geschossen. Ist ja klar, warum in der Büro-Unit Teppiche an die Wände montiert wurden. «Sie schlucken Schall.» Da soll noch einmal jemand sagen, er mache sich Sorgen um die kommenden Generationen.

Zukunftstag Empa 2016
Informationen

Barbara Gleich
Organisation Zukunftstag
Tel. +41 58 765 44 02


Redaktion / Medienkontakt

Cornelia Zogg
Kommunikation
Tel. +41 58 765 45 99


Weitere Informationen zum Zukunfstag finden Sie hier.