Empa-Sommercamp 2009

Eine reine Freude – Mädchen und Buben forschen begeistert

Jul 24, 2009 | MARTINA PETER

Es hat bereits Tradition: In der ersten Schulferienwoche dürfen Kinder von Empa-Mitarbeitenden ins Sommercamp. Zum sechsten Mal erwartete den Nachwuchs im Alter von sieben bis zwölf in Dübendorf ein abwechslungsreiches Programm. Vom 13.–17. Juli erhielten sie Einblick in die Welt der Empa-Forschung, machten Ausflüge und hatten viel Spass an der Begegnung mit Technik und Ingenieurwesen. Für einige Kids war es das erste Mal, andere sind schon «Habitués».

/documents/56164/286256/a592-2009-07-27-sommercamp-b1m-motorenhaus.jpg/f9c65008-6978-453c-9987-f3d12f1d5189?t=1448305892120
 

Legende: Für einmal werden auf dem Rollenprüfstand im Motorenhaus keine Autos gekühlt; die Kinder nützen die kühle Brise aus dem Fahrtwindgebläse auf ihre Weise.

«Ich bin immer ein bisschen nervös, bevor die Kinder zu mir ins Labor kommen», gibt Physikerin Sara Romer aus der Abteilung «Nanoscale Materials Science» zu. «Sicher nervöser als wenn ich einen Vortrag vor anderen Forschern halte», lacht sie.

 
189 KB
Sara Romer erklärt einer Nachwuchsforscherin die Beschichtungsanlage.
  Die Kinder sind hochgradig motiviert, interessiert und neugierig. Jeder Griff an der Beschichtungsanlage muss deshalb sitzen, sonst mache sich Unruhe breit.
 
Doch Sorgen hat sich Romer umsonst gemacht. Die Kinder überbrückten auch die Wartezeiten spielend und zeigten Geduld, bis ihre Kühlschrank-Magnete mit Nanopulver aus echtem Gold beschichtet waren. Wie von Geisterhand steuerten sie Spielautos mit starken Magneten unter der Tischplatte über einen Nano-Parcours und erfuhren dabei mehr über dünne Schichten in Computern.
 

Zwei Etagen weiter unten im Laborgebäude liessen ein paar Kinder in weissem Kittel und mit Schutzbrille auf der Nase «geheimnisvolle» Flüssigkeiten auf ein Papier tropfen. Auf wundersame Weise wechseln die Kleckse ihre Farbe. «Keine Zauberei, sondern eine einfache chemische Reaktion», erklärt Beatrice Fischer aus der Abteilung «Funktionspolymere». Die Fachfrau für Thermoanalyse verrät, dass eine Aufgabe die Kinder ganz besonders fasziniert habe. «Es gibt Kinder, die hoffen, dass sie jedes Jahr wieder ihren eigenen «Slimey» herstellen dürfen.» Beim Zusammenmixen des zähflüssigen, glibbrigen Spielzeugschleims lernen sie ganz nebenbei, wie mit chemischen Substanzen sorgfältig umgegangen werden muss.


Nachwuchsförderung und Elternunterstützung in Einem
Anne Satir, die «Schirmherrin» des Empa-Sommercamps, freut sich über die erfolgreich verlaufene Woche und die mannigfaltigen Workshops in den Fachbereichen Holz, Ingenieurstrukturen, nanoskalige Nanomaterialwissenschaften, Festkörperchemie, Luftfremdstoffe und Umwelttechnik, Verbrennungsmotoren, Funktionspolymere, Werkstatt, Akustik,synergetische Leichtbaustrukturen.

 
177 KB
Rolf Luchsinger vom Center for Synergetic Structures im Austausch mit einem begeisterten Workshopteilnehmer.
   «Es ist toll, was in den Workshops immer wieder angeboten wird. Dahinter steckt viel Vorbereitung.»
 

Mit dem Sommercamp schlägt die Empa gleich zwei Fliegen auf einmal: Die Woche gilt einerseits als Beitrag zur Nachwuchsförderung. Denn insbesondere in den Naturwissenschaften und in der Ingenieurausbildung herrscht derzeit Nachwuchsmangel. Vor allem junge Frauen zieht es immer weniger an technische Universitäten. «Wenn mir Mädchen nach dem Camp sagen, dass sie gerne einmal Physik studieren wollen, dann sind wir unserem Ziel schon einen Schritt näher gekommen», sagt Satir. Andererseits profiliere sich die Empa als fortschrittliche Arbeitgeberin.

 
174 KB
In der Bauhalle wird zu grossen Werkzeugen gegriffen.
  «Den wenigsten Berufstätigen ist es möglich, derart lange Ferien am Stück zu nehmen, um mit ihren Kindern in der schulfreien Sommerzeit etwas zu unternehmen.» Das Sommercamp ist darum eines von vielen Angeboten, mit denen die Empa für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgt.
 
Tanja Zimmermann, die seit 15 Jahren in der Abteilung «Holz» arbeitet, kann das als Mutter nur bestätigen. Bereits zum dritten Mal nahm ihre Tochter am Camp teil. «Die Kinder tun etwas Sinnvolles, lernen dabei und erhalten einen Einblick in unseren Berufsalltag», so die Wissenschaftlerin.
 
113 KB
Margrit Conradin und Rosemarie Lacher
 

Dass neben dem Experimentieren, Lernen und Staunen auch die Bewegung nicht zu kurz kam, dafür hat Margrit Conradin, die Organisatorin des Camps, auch dieses Jahr wieder gesorgt. Unterstützt von Rosemarie Lacher stattete sie mit ihrer quicklebendigen Schar dem Waldmenschen in Bassersdorf einen Besuch ab und ging Minigolf spielen.

 
Ausflüge nach Birmensdorf ans WSL, der Schwesterinstitution der Empa für Wald-, Schnee- und Landschaftsforschung, und nach Winterthur ins Technorama rundeten das Programm ab. «Das Sommercamp ist für alle eine Freude, für Eltern, Kinder – und auch für uns Organisatorinnen und Begleiterinnen», lautet das Fazit von Margrit Conradin nach der anstrengenden, aber auch sehr befriedigenden Woche.
 
 
 

Weitere Informationen

 

Redaktion / Medienkontakte