Axpo Holding AG und Empa

E-Mobil-Studie: Plug-in-Hybride am besten

9 févr. 2011 | BEATRICE HUBER
Elektrofahrzeuge sind nicht immer umweltfreundlich. Eine unabhängige Studie der Empa im Auftrag der Axpo zur Ökobilanz von Fahrzeugen mit verschiedenen Antrieben zeigt zwei Erkenntnisse: Wichtig ist, dass die zum Antrieb notwendige Energie effizient, klima- und umweltfreundlich bereitgestellt wird. Und so genannte Plug-in-Hybridautos sind, sofern sie richtig eingesetzt werden, umweltfreundlicher als reine E-Mobile.
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Symbolbild, iStock

 
Die individuelle Mobilität verschlingt knapp 30 Prozent der Energie, die pro Jahr in der Schweiz verbraucht wird. Sie basiert zurzeit vor allem auf fossilen Treibstoffen (Benzin, Diesel). Als umweltfreundliche Alternative gelten batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (E-Mobile), da sie eine gute Energieeffizienz aufweisen und keine direkten Abgasemissionen verursachen. Die Empa hat im Auftrag der Axpo reine Batteriefahrzeuge mit Hybridfahrzeugen sowie Autos, die mit Bio- und fossilen Treibstoffen laufen, verglichen. Die Studie wurde nach den relevanten ISO-Normen für Ökobilanzen erstellt und in dem Rahmen von unabhängigen Prüfern genehmigt.
 
Elektrofahrzeuge mit hohem Verbrauch wertvoller Metalle
Die Resultate zeigen ein differenziertes Bild. Hans-Jörg Althaus von der Empa betont: «Keine Mobilitätsform ist in allen Belangen vorne; alle haben mehr oder weniger grosse Nachteile.» Daher ist eine Güterabwägung zwischen verschiedenen negativen Umweltauswirkungen erforderlich. So belasten Elektrofahrzeuge die Umwelt durch den im Vergleich höchsten Verbrauch wertvoller Metalle und Mineralien. Bei mit Biotreibstoffen aus landwirtschaftlicher Produktion betriebenen Fahrzeugen ist die Landnutzung am höchsten, zudem setzen sie die meisten überdüngenden und Sommersmog bildenden Substanzen frei. Mit Benzin, Diesel und Erdgas betriebene Fahrzeuge (sowie mit Strom aus fossilen Rohstoffen betriebene Elektrofahrzeuge) stossen dagegen am meisten Treibhausgase aus.
 
Die Bewertungskriterien berücksichtigen Produktion, Betrieb – 150 000 km auf dem Schweizer Strassennetz – sowie Entsorgung eines modellhaften, energieeffizienten Fahrzeugs der Golf-Klasse. Für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge wurde eine Lithium-Ionen-Batterie mit einem Gewicht von 400 beziehungsweise 100 Kilogramm veranschlagt. Als fossile Treibstoffe wurden Benzin, Diesel und Erdgas betrachtet, als Biotreibstoffe Ethanol (E85) aus Zuckerrohr oder Altholz, Palmmethylester (PME) sowie Biogas. Neben dem europäischen und dem klimafreundlichen Schweizer Strommix aus Wasserkraft, Kernenergie und neuen erneuerbaren Energien wurden in der Studie auch Szenarien mit reinem Solarstrom, Strom aus Erdgas und Kohle sowie aus Kernkraftwerken berücksichtigt.
 
Plug-in-Hybrid umweltfreundlicher als reines E-Mobil
Plug-in-Hybride, deren Batterie zusätzlich über das Stromnetz extern geladen werden kann, schneiden im Vergleich mit reinen E-Mobilen in allen Kriterien besser ab, wenn sie ihren Zusatzmotor nur für die fünf Prozent der Fahrten benötigen, bei denen die Reichweite von rund 50 km nicht ausreicht, und für die übrigen 95 Prozent Strom verwenden. Dies entspricht einem durchaus üblichen Fahrverhalten in der Schweiz. Aus ökologischer Sicht lohnt sich eine schwere Batterie mit grosser Reichweite nicht, wenn das Fahrzeug vor allem für kurze Strecken genutzt wird und die Batterie regelmässig am Netz geladen werden kann. Durch das eingesparte Gewicht braucht das Plug-in-Hybridfahrzeug weniger Antriebsenergie als ein reines Batteriefahrzeug und kompensiert somit die Belastung des Treibstoffbedarfs bei grösseren Distanzen. Eine optimierte Batterie schont nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie und die Rohstoffreserven. Denn Lithium wird bislang kaum rezykliert. Der Grund dafür ist, dass Batterien im Allgemeinen in so genannten pyrometallurgischen Prozessen rezykliert werden. Lithium wird dabei verbrannt. Es aus der Schlacke zurückzugewinnen, wäre aufwändiger und kostspieliger als die Primärgewinnung. Dies dürfte sich ändern, sobald dem Recycling-Prozess vermehrt Batterien von E-Mobilen zugeführt werden.
 
 


 

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