Symposium zu Ehren von Louis Schlapbach

Die grossen Fragen der Materialwissenschaft

3 mars 2009 | MARTINA PETER
Warum verhält sich Materie so und nicht anders? Wie beeinflusst die Nanostruktur eines Materials seine Eigenschaften? Und kann man Stoffe mit bestimmten erwünschten Eigenschaften am Reissbrett entwerfen? Mit derart fundamentalen Fragen lässt sich mühelos eine wissenschaftliche Laufbahn ausfüllen.
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So wie die von Louis Schlapbach: Seine Karriere als Professor an der Universität Fribourg und später als Leiter der Empa hat er Problemen wie dem Verständnis von Metallen, Legierungen und ihren Oberflächen gewidmet, dem Magnetismus oder der Frage, wie man Wasserstoff in Metallhydriden speichern kann, einem wichtigen Schritt, um Wasserstoff als Treibstoff von morgen einzusetzen. Weitere Forschungsschwerpunkte Schlapbachs waren die verschiedenen Formen des Kohlenstoffs, der in der Natur als Diamant und Graphit oder in Form von Karbon-Nanostrukturen wie «Buckyballs» oder Kohlenstoffnanoröhrchen vorkommt. Und «ganz nebenbei» entwickelte er die Empa zu einer führenden Adresse für anwendungsorientierte Forschung in Materialwissenschaften und Technologieentwicklung.
 
Im März endet die Amtszeit von Louis Schlapbach an der Spitze der Empa. Ein passender Anlass, um vor Augen zu führen, welche Fortschritte Physik und Materialwissenschaft in den vergangenen drei Jahrzehnten verzeichnen konnten. Genau das ist Ziel des Symposiums «Headways in Materials Science» zu Ehren des 65. Geburtstags von Louis Schlapbach. Am 6. März werden hochrangige Referenten aus der Schweiz und den Nachbarländern einige Highlights der letzten Jahre Revue passieren lassen. Gleichzeitig werden sie aber auch brandaktuelle Themen aus Materialwissenschaft und -technologie beleuchten.
 
Ferdi Schüth vom Max-Planck-Institut in Mülheim an der Ruhr wird beispielsweise über die Perspektiven der Wasserstoffspeicherung sprechen, Roland Wiesendanger von der Universität Hamburg über neue Horizonte im Nanomagnetismus. Hochtemperatur-Superleiter stehen im Mittelpunkt des Beitrags von Øystein Fischer von der Universität Genf, und Tilmann Esslinger von der ETH Zürich schlägt eine Brücke vom Quantengas zum Designermaterial. Da von öffentlicher Hand geförderte Forschung stets auch von den jeweiligen politischen Rahmenbedingungen abhängt, werden Wissenschaftspolitik und ihre Rolle für Innovationskraft und Wohlstand ebenfalls im Fokus stehen, so etwa im Referat der ehemaligen Nationalrätin Barbara Haering vom ETH-Rat. Dieter Imboden vom Schweizerischen Nationalfonds wird schliesslich seine Ansichten zum Thema «Wissenschaft im Elfenbeinturm» präsentieren.
 
 
 

Termin:
Freitag, 6. März 2009
9.30 bis 17 Uhr

Ort:
Empa Akademie
Überlandstrasse 129
CH-8600 Dübendorf

Online-Anmeldung: www.empa.ch/headways