Tag der offenen (Labor-)Tür in St. Gallen

Knapp 4000 Gäste zu Besuch an der Empa

22.08.2016 | MARTINA PETER
Seit 20 Jahren entwickelt die Empa im repräsentativen Gebäude im St. Galler «Moos» Materialien und Technologien für die Zukunft. Grund genug, um zu feiern und die Türen für das Publikum zu öffnen. Knapp 4000 Personen folgten der Einladung und liessen sich von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Samstag, 20. August, auf drei Forschungspfaden zeigen, woran an der Empa geforscht wird – und das nicht nur in St. Gallen.
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Geradezu symbolisch begegneten viele BesucherInnen auf der ersten Station des Rundgangs einer menschlichen Plazenta. Und landeten damit mitten im Forschungsschwerpunkt «Gesundheit und Leistungsfähigkeit». Hier untersuchen Empa-Forschende beispielsweise, wie durchlässig eine Plazenta ist. In einer speziell entwickelten Vorrichtung wird der Blutkreislauf von Mutter und Kind innerhalb der Plazenta nach der Geburt (und der Abstossung des Organs)für einige Stunden aufrechterhalten. Ziel ist es, mehr darüber zu erfahren, ob während der Schwangerschaft aufgenommene Nanopartikel zum ungeborenen Kind gelangen können. Dafür werden im Labor Nanopartikel aus Polystyrol in den Mutterkreislauf eingeschleust und beobachtet, ob diese in den fötalen Kreislauf wandern. Dieses Wissen wollen die Forschenden in Zukunft unter anderem auch nutzen, um – falls nötig – Ungeborene noch im Mutterleib mit speziell designten Medikamenten behandeln zu können.
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Was ist das Besondere am EKG-Brustgurt, der gerade im Schlaflabor des St. Galler Kantonsspitals getestet wird? Die Gäste konnten sich auf dem Forschungspfad «Fasern und Sensoren» von dessen besonderer Eigenschaft überzeugen: Der Textilgurt hält sich dank lasergeschweissten Wasserspeichern selber feucht. Das ist für die zuverlässige Signalerfassung durch die nanometerdünn mit Silber und Titan beschichteten Fasern aus der Plasmaanlage – ebenfalls eine Spezialentwicklung der Empa – unentbehrlich. Und hilft damit älteren Patientinnen und Patienten, die oft nicht mehr genügend schwitzen. Damit lernten die Besucherinnen ein Produkt der «personalisierten Medizintechnologie» kennen. Ein wichtiges Schwerpunktthemen der Empa, das sich immer ausführlicher mit der Frage befasst, wie dank innovativen Produkten aus der Forschung die Lebensqualität älterer Menschen so lange wie möglich hochgehalten werden kann.

Wie innovativ die Empa-Forscher sind, erfuhren die Gäste unter anderem im Holzlabor. Etwa anhand von neuartigen, umweltfreundlichen Holzschutzmethoden. So sorgt beispielsweise ein Pilz dafür, dass Holzmasten vor dem Verrotten durch anderen Pilzarten geschützt sind. Die Spezialistinnen und Spezialisten der Holzabteilung stellten aber auch andere Technologien vor, die Holz unbrennbar, wasserabstossend oder gar magnetisch machen.

Nicht nur Holz, auch ein Zelt sollte natürlich wasserabstossend sein. Aber dass es auch ohne Heizung warm bleibt, selbst bei  – 30 Grad, ist erstaunlich. Know-how dazu steuerten Empa-Forschende bei, die zusammen mit dem Start-up «Polarmond» ein selbst aufwärmendes «All-in-one»-Zeltsystem entwickelten. Im Zelt herrscht, dank eines speziellen Entfeuchtungsmanagements und stufenloser Temperaturregelung, stets ein angenehmes Klima. Davon überzeugten sich die BesucherInnen in der Kältekammer gleich selbst.

 

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Der Forschungspfad «Energie und Nachhaltigkeit» informierte über das Wohnen und Bauen der Zukunft. Empa-Mitarbeitende erklärten den Gästen etwa, wie das zukunftsweisende Forschungs- und Innovationsgebäude «NEST» funktioniert und wie dessen austauschbare Module es ermöglichen, neue Bautechnologien und -systeme unter Realbedingungen weiterzuentwickeln. Und einen Blick auf die Zukunft der Mobilität konnten die Gäste rund um die neu eingeweihte öffentliche Elektrotankstelle der St. Galler Stadtwerke werfen. Dort standen Türen und Motorenhauben von Elektro-, Hybrid-, Erdgas- und Wasserstofffahrzeugen weit geöffnet, um genau inspiziert zu werden. Gleich daneben konnte man sich von den Forschenden auch das von der Empa entwickelte wasserstoffbetriebene Kehrfahrzeug erklären lassen.
Tag der offenen Tür St. Gallen 2016
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Last but not least blickten viele Kinder mit ihren Eltern in die berufliche Zukunft. An der Station der Empa-Lernenden wurde ihnen eine fulminante Show geboten.

Weitere Informationen
Peter Frischknecht, Tel. +41 58 765 71 85,

Redaktion / Medienkontakt
Martina Peter, Tel. +41 58 765 49 87,

 

Medienschaffende können druckgeeignete Bilder von hier herunterladen:

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