Sommercamp an der Empa in Dübendorf

„Besser als bei Galileo“

25.07.2016 | CÉLINE ELBER

In der Woche vom 18. bis zum 22. Juli wurden an der Empa in Dübendorf Raketen und Brückenmodelle gebaut, Wald von Abfall befreit, Stickstoffeis hergestellt, Feuer gelöscht - und das für einmal nicht nur von Forschern und Ingenieurinnen, sondern von Kindern. Im 13. Empa-Sommercamp tauchten 20 Sprösslinge von Empa-Mitarbeitenden in die Welt der Wissenschaft und Forschung ein.

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Schulkinder haben etwa dreimal mehr Ferien als ihre Eltern, die Sommerferien dauern ganze fünf Wochen. Den wenigsten Berufstätigen ist es möglich, so lange Ferien am Stück zu nehmen, für die meisten von ihnen wäre so das jährliche Urlaubsguthaben aufgebraucht. Doch wie sollen sich die Kinder in dieser Zeit beschäftigen? - Für viele Familien eine Herausforderung. Die Empa versuchte nun schon zum 13. Mal Abhilfe zu schaffen; Während der ersten Sommerferienwoche durften Kinder im Primarschulalter mit an die Empa. Dort wurde ihnen ein spannendes und abwechslungsreiches Programm geboten.

Das Sommercamp ist eines von vielen Angeboten, mit denen die Empa für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgt. Ausserdem ist das Projekt ein wertvoller Beitrag zur Nachwuchsförderung. Aber nicht nur die Eltern und die Wissenschaft profitieren von diesem Angebot, in erster Linie sind es die Kinder, sie waren denn auch voller Elan dabei.

Eingetaucht in die Welt der Wissenschaft
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„Das ist ja besser als bei Galileo!“, ruft ein Junge begeistert, als das an Kartoffeln angeschlossene Lämpchen wirklich zu brennen beginnt. Andere sind angestrengt am Überlegen, wie viel Gewicht die Eisenstange, die sie in der Hand halten, aushält – 100 Kilogramm oder doch eher drei Tonnen? In der Motorenhalle lassen ein paar Kinder ihre gebastelten Druckluftautos um die Wette fahren, in der Bauhalle steht ein von Mädchen und Buben gebautes Brückenmodell. Andere röntgen Überraschungseier oder essen heimlich einige der Mentos, die eigentlich für die Cola gedacht sind. Überall finden sich strahlende, faszinierte Schülerinnen und Schüler, und nicht wenige Erwachsene hätten am liebsten alles stehen und liegen gelassen und das Programm für die Kleinen mitgemacht.

Damit vor lauter Experimentieren, Denken und Zuhören Bewegung und Spiel nicht zu kurz kommen, hat Margrit Conradin, die Sommercamp-Leiterin, einen vielfältigen Sommercamp-Programmmix aufgestellt. Dazu gehörten auch Ausflüge ins Verkehrshaus und ans PSI sowie Nachmittage im Freien. An einem davon lernten die Kinder den Empa-Campus bei einem Orientierungslauf besser kennen, den Anderen verbrachten sie im nahen Aegertwald auf der Jagd nach allem, was nicht in den Wald gehört. Ganz nebenbei wurde auch noch besprochen, warum diese Dinge nicht in den Wald gehören und was die Folgen vom liegen gelassenen Abfall sind. „Es ist erstaunlich, was die Kinder alles wissen. Sie haben insgesamt rund 50 Liter Abfall gesammelt, von Zigarettenstummeln über Scherben und Dosen bis zu einem Grillrost.“, freut sich Margrit Conradin. Nach dieser anstrengenden Woche können die Kinder den Rest der Ferien geniessen.

Informationen

Margrit Conradin
Organisatorin und Leiterin des Sommercamps
Tel. +41 58 765 43 15