Professur für Empa-Wissenschaftler an der Universität Zagreb

Lukas Rohr zum Assistenzprofessor ernannt

20.03.2006 | BEAT ASCHWANDEN

Der Akademische Rat der Fakultät «Mechanical Engineering and Naval Architecture» der Universität Zagreb hat beschlossen, Dr. Lukas Rohr zum Assistenzprofessor auf dem Gebiet des Maschinenbaus, spezialisiert auf Fertigungstechnik, zu ernennen.

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An der ältesten Universität Südosteuropas, im kroatischen Zagreb, an welcher 50'000 Studierende immatrikuliert sind, hielt Lukas Rohr, Leiter der Empa-Abteilung «Werkstofftechnologie», Ende letzten Jahres seine Habilitationsvorlesung. Seit dem Wintersemester 2005/06 vermittelt er knapp vierzig Studierenden in Spezialvorlesungen die Grundkenntnisse der Mikromechanik und bringt ihnen die Geheimnisse der metallischen Verbundwerkstoffe näher. Doch wie kam der Empa-Forscher ausgerechnet an die Universität Zagreb? Seit mehreren Jahren pflegte der Abteilungsleiter aus Thun bereits fachlichen Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit Mitgliedern der dortigen Fakultät. «Ich bin gerne dort, wo sich etwas bewegt», sagt er und spielt damit auch auf die politische Lage an: Kroatien ist Beitrittskandidat zur EU. An der Universität Zagreb ist man deshalb sehr bemüht um die Annäherung und Integration in die wissenschaftliche Top-Liga Europas. Bereits angelaufen sind Kurse, die in europäische Masterprogramme integriert sind. «Es zahlt sich auch für unsere Forschung aus, international gut vernetzt zu sein», meint Lukas Rohr. «Wir haben die Nase vorn, was die Infrastruktur und was das Ausrüstungs-Know-how anbelangt». Mit seiner Wissensvermittlung ergänzt er deshalb die Ausbildung, welche die kroatischen Studierenden im traditionellen Ingenieurswesen vermittelt bekommen, auf ideale Weise.

Tradition der akademischen Gastfreundschaft

An der Empa in Thun war bereits im letzten Jahr ein kroatischer Student zu Gast, der ausgezeichnete Arbeit auf dem Gebiet der Nanomechanik lieferte, berichtet Rohr. «Ich hoffe, dass wir bald weitere Studierende von der Zagreber Universität zu Besuch haben.» In der Abteilung des frisch gebackenen Doktorvaters schreiben momentan zwölf Studierende von sechs verschiedenen Universitäten an ihren Dissertationen. Rohr schätzt den regen, animierenden und beide Seiten befruchtenden Austausch. Weitere Forschungsaufenthalte junger Gastwissenschaftler und gemeinsame Doktorarbeiten sind bereits geplant.

«Bei meinen verschiedenen Besuchen an der Universität Zagreb war es für mich äusserst beeindruckend, mit welchem Engagement und Enthusiasmus in Kroatien ein Vorwärtskommen vorangetrieben wird», sagt Rohr. «Ich freue mich, hier nicht nur zu profitieren, sondern auch einen Beitrag leisten zu können.»

Text: Martina Peter