«NanoBotschafter» – eine Initiative des Deutschen Museums München mit Beteiligung der Empa

Experten kurbeln den Nano-Dialog über Chancen und Risiken der Nanotechnologie an

23.04.2007 | MICHAEL HAGMANN
Am letzten Donnerstag wurden die sechs NanoBotschafter im Deutschen Museum in München der Öffentlichkeit vorgestellt, unter ihnen der Toxikologe Harald Krug, der seit Anfang Jahr die Abteilung «Materials-Biology Interactions» an der Empa in St. Gallen leitet und dort unter anderem die Auswirkungen verschiedener Nanomaterialien auf menschliche und tierische Zellen und Gewebe erforscht. Die NanoBotschafter – eine letztes Jahr lancierte Initiative des Deutschen Museums München – sind ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die es sich zur  Aufgabe gemacht haben, die Öffentlichkeit über die Nanotechnologie zu informieren und mit dieser den Dialog aufzunehmen, etwa in öffentlichen Diskussionen, Expertengesprächen und anderen Veranstaltungen.
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Ob als Chiffre für massgeschneiderte Materialien mit neuartigen Eigenschaften, als logischer nächster Schritt der Miniaturisierung der (Mikro-)Elektronik oder als Einstieg in die Welt der Atome und Moleküle: «Nano» steht für eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Experten gehen davon aus, dass sie schon bald Produkte und Verfahren in vielen Bereichen unseres Lebens entscheidend beeinflussen und verändern wird. Aufgrund der Dimensionen des Nanokosmos – ein Nanometer sind ein Millionstel Millimeter oder der 50'000ste Teil des Durchmessers eines menschlichen Haares – bleibt Nanotechnologie für ihre Nutzer allerdings fast immer unsichtbar.
 
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An der Empa erforscht der Toxikologe Harald Krug mit seinem Team unter anderem die Auswirkung von freien Nanopartikeln – die im Bild grün fluoreszieren – auf menschliche Zellen (der Zellkern ist blau eingefärbt; das Bild wurde am Forschungszentrum Karlsruhe aufgenommen, wo Krug bis Ende des letzten Jahres tätig war).
 

Die vielfältigen und weit reichenden Möglichkeiten dieser neuartigen Technologie wecken Hoffnungen, rufen aber auch Unsicherheiten und Ängste hervor. Um die Zukunftschancen, welche die Nanotechnologie zweifellos bietet, nutzen zu können, ohne dabei die Befürchtungen in der Bevölkerung zu ignorieren, ist ein offener, sachlich fundierter Dialog notwendig – ein Dialog, der allfällige Risiken offen anspricht, gleichzeitig aber auch den Nutzen der neuen Technologie und deren wirtschaftliches Potenzial sichtbar macht und Vertrauen in die Akteure der Nanoforschung schafft. Die «NanoBotschafter» wollen diesen Dialog auf allen Ebenen in Gang bringen. Am Deutschen Museum beispielsweise, im neu gegründeten «Zentrum Neue Technologien», bildet «Nano» ein Schwerpunktthema für die kommenden Jahre. Und die Empa führt am 28. und 29. Juni im Kursaal Bern zum zweiten Mal die NanoConvention durch, deren Ziel es ist, den Nano-Dialog hier zu Lande weiter zu verstärken.

 
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Der Empa-Forscher und frisch gebackene «NanoBotschafter» Harald Krug (3. von rechts) an der «Econsense», einer öffentlichen Informationsveranstaltung zur Nanotechnologie, die letztes Jahr in Berlin stattfand.
 

«Nur durch ein verbessertes Wissen zur Nanotechnologie und die Kommunikation dieses Wissens kann die Gesellschaft oder das Individuum entscheiden, inwieweit mögliche, damit verbundene Risiken akzeptabel sind», ist der Empa-Forscher und «NanoBotschafter» Harald Krug überzeugt. Aufgabe der NanoBotschafter sei es daher, wichtige Erkenntnisse zu erarbeiten und diese sachlich nach aussen zu kommunizieren, etwa im Rahmen von Konferenzen wie der NanoConvention, aber auch bei Treffen mit Bürgergruppierungen und Verbraucherverbänden. «In dieser Wissensvermittlung sehe ich die wichtigste Aufgabe der NanoBotschafter», so Krug.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nanobotschafter.de bzw. unter www.nanoconvention.ch

 


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