Erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen

Intelligentes Bett auf dem Weg zum Markt

12.07.2011 | MARTINA PETER
Ein intelligentes Bett zu entwickeln, das bettlägrige PatientInnen vor Druckgeschwüren schützt und Pflegepersonal entlastet – das war die Idee des Jungunternehmers Michael Sauter. Innerhalb von zwei Jahren ist es ihm gelungen, seine Firma «compliant concept» auf finanziell sichere Beine zu stellen. Nun ist die erste Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen; die Firma kann weiterwachsen, und Ende Jahr wird erste Produkt auf dem Schweizer Markt erhältlich sein.
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Legende: Ein Weg von vielen zum Markt:  «compliant concept» stellte am Fachkongress Alter 2011 von CURAVIVA Schweiz sein «intelligentes» Pflegebett vor.
 
Zwei Businessangels und ein Bankinstitut investierten Ende Mai 2011 eine Million Franken in Michael Sauters Firma «compliant concept». Der Abschluss der ersten Finanzierungsrunde ist ein Meilenstein für den Maschinenbauingenieur und Jungunternehmer: «Das intelligente Bett wird damit Realität», freut er sich. Nach detaillierten Überprüfungen durch Investoren wurde sein Business schliesslich für «zukunftsweisend» befunden. Das neuartige Pflegebett, das die Bewegungen eines gesunden Menschen während des Schlafs imitiert, verhindert das Entstehen der äusserst schmerzhaften Druckgeschwüre – auch Dekubitus genannt. Für die stete und sanfte Umlagerung sorgen dabei nicht PflegerInnen, sondern eine spezielle Matratze und ein gelenkloser, aber nachgiebiger Lattenrost aus «smarten» Materialien, deren  Eigenschaften gezielt verändert werden.
 
Erfolgreiches Spin-off von Empa und ETH Zürich
Entwickelt hat die Neuheit das Team um Michael Sauter, der vor zwei Jahren die Jungfirma «compliant concept» gründete. Seinen Sitz hat das Empa- und ETH-Spin-off-Unternehmen mit gegenwärtig vier – bald sechs – Mitarbeitenden im Technologiezentrum glatec auf dem Empa-Areal in Dübendorf. «Wir sind natürlich sehr glücklich, dass wir interessierte Geldgeber und Industriepartner gefunden haben», sagt Sauter. Ende Jahr wird das erste Produkt  von einem der Partner auf den Schweizer Markt gebracht. «Nichtsdestotrotz sind wir weiterhin an neuen Kontakten interessiert», betont er. Schliesslich stehe schon bald die zweite Finanzierungsrunde an.
 

 
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  Das Pflegebett wird laufend in Pflegeheimen und Spitälern getestet. Das Feedback von PatientInnen und Pflegepersonal wird in die Weiterentwicklung eingebaut.
 

 
Dank einem regen Austausch mit der Medizinalbranche und gutem Networking mit potenziellen Partnern, generiert die Jungfirma bereits erste Umsätze: Der Schweizer Vertriebspartner OBA AG vermarktet das Monitoring-System, eine Eigenentwicklung, die die Bewegungen der PatientInnen registriert und die Umlagerung einleitet. «Die ersten 20 Systeme haben wir bereits unserem Schweizer Vertriebspartner verkauft», so Sauter.
 
Die Firma wächst – und lotet neue Märkte aus
«Die Geldspritze ermöglicht uns, mehr Mitarbeitende ins Boot zu holen», erklärt Sauter. So sucht «compliant concept» gegenwärtig einen Verkaufsleiter. Auf der Suche ist Sauter aber auch nach neuen Märkten. Als einer von 20 Gewinnern des von venturelab durchgeführten Wettbewerbs «venture leaders» konnte der innovative Jungunternehmer im Juni 2011 ein zehntägiges Business-Development-Programm in Boston besuchen. Nach ausführlichen Gesprächen weiss er nun: In den USA sind Spitäler und Pflegeheime ganz besonders auf Dekubitus sensibilisiert; jährlich gibt es dort rund 2,5 Millionen dieser Fälle. Die Heilung eines durchschnittlichen Dekubitus schlägt mit 43‘000 Dollar zu Buche. Eine Lösung wie Sauters «intelligentes» Bett, die als Prophylaxe wirkt, ist deshalb auf dem US-amerikanischen Markt durchaus willkommen.
 

 
Partner von compliant concept
Prof. Dr. med. Walter O. Seiler / Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil / OBA AG / Festo AG / Nauer AG / Bigla Care (Wissner-Bosserhoff) / Sarna Plastec AG / Produ-Plast AG / Qualicut AG / Dynatronics AG
 
 


 
Ausgezeichnete Idee

Das Jungunternehmen «compliant concept» wurde in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet, unter anderem erst kürzlich als «Nomineee» der de Vigier Stiftung 2011 für Idee und bisherige Umsetzung eines potenziellen Erfolgsunternehmens. Im vergangenen Jahr erhielt es neben dem «Empa Innovation Award» auch den KTI Medtech Award, 2009 heimste es den Heuberger Winterthurer Jungunternehmerpreis ein. Und als Gewinner des von venturelab durchgeführten Startup-Wettbewerbs wurde die Firma 2011 eingeladen, als Teil der «Schweizer Startup-Nationalmannschaft» ein zehntägiges Business-Development-Programm in den USA zu besuchen.


 

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