Alleskönner Holz – ein vielseitiger Baustoff der Zukunft

Holz mit Zusatzfunktionen

05.04.2016 | AMANDA ARROYO
Holz ist robust und vielseitig einsetzbar. Doch auch das beste Material stösst an seine Grenzen. Deshalb arbeiten Empa-Forscher daran, Holz in ein High-Tech-Material zu verwandeln und so das Anwendungsspektrum dieser natürlichen Ressource zu erweitern. Der Trick dabei: Sie verleihen Holz zusätzliche, eher unerwartete Eigenschaften.
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Schon unsere Vorfahren haben über Jahrtausende erfolgreich versucht, die Holzeigenschaften zu verbessern, etwa durch Lacke, Anstriche oder andere Verfahren. Die Empa-Forscher um Ingo Burgert gehen nun jedoch einen Schritt weiter. Das «Dopingmittel» fürs Holz soll tief in das altbewährte Material eindringen und sich fest mit den Holzbestandteilen verbinden. Dadurch verändern sich nicht nur die Holzeigenschaften an der Oberfläche, sondern auch im Innern des Materials. Durch verschiedene Behandlungen machen Burgert und Co. Holz so beispielsweise wasserabweisend, feuerfest, antimikrobiell oder sogar magnetisch.
Gar nicht so wasserscheu
Wasser lässt Holz verwittern und im Extremfall gar vermodern. Das sieht nicht nur unansehnlich aus, es zerstört das Holz auch mit der Zeit. Deshalb bringt Burgerts Team Polymere tief in die Zellzwischenräume ein und macht daraus etwas völlig Neues: komplett imprägniertes, wasserabweisendes Holz, aus dem sich zum Beispiel ein Waschbecken herstellen lässt. Ein solches wird nun im NEST in der Praxis einem Alltagshärtetest ausgesetzt. Zum Artikel.
Schutz vor Pilzzerfall
Ein weiterer Grund für die Verwitterung von Holz sind Pilze und Bakterien, denn das Baumaterial ist für Mikroorganismen eine ideale Brutstätte. Um dies zu verhindern, nehmen die Forscher einen Stoff zu Hilfe, der selbst aus Pilzen stammt – Laccase. Dieses Enzym verbindet Jod fest mit den Holzfasern. Jod wirkt antimikrobiell und schützt die Holzfasern dauerhaft. Zum Artikel.
"Verkalktes" Holz gegen Feuer
Holz kann selbst Feuer trotzen ‒ wenn es von der Empa kommt und Kalziumkarbonat, also Kalk, tief in den Holzstrukturen steckt. Das mineralisierte Holz mit seiner weisslich hellen Farbe fängt kein Feuer, auch wenn man es direkt in die lodernde Flamme hält. Zum Artikel.
Holz mit anziehender Wirkung
Schleusen die Forscher Eisenoxidpartikel in die Holzzellen, dann wird das Holz magnetisch. Ein Einsatz in der Automobilindustrie ist denkbar, um künftig Holzarmaturen magnetisch zu funktionalisieren. Diese hätten nicht nur eine interessante Zusatzfunktion, sondern würden wegen der dunklen Farbe der Eisen-Nanopartikel auch noch edel aussehen. Zum Artikel.