Empa-Workshop zu Trends in der Flammschutzforschung

Flammschutzmittel sind ein heisses Thema

21.05.2014 | CORNELIA ZOGG
Flammschutzmittel finden sich heutzutage in allerlei Materialien, um diese vor Feuerschäden zu schützen. Doch sie sind nicht immer unbedenklich, einige sogar hochgradig umwelt- und gesundheits-schädlich. Es liegt also an der Forschung, Ersatz in Form von nachhaltigen, unbedenklichen Flamm-schutzmittel zu finden. Ein Empa-Workshop in Zusammenarbeit mit der KTI und COST hat sich vor kurzem dieser Thematik angenommen.
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«In der Flammschutzforschung gibt es viel zu tun», erklärt Sabyasachi Gaan von der Empa-Abteilung «Advanced Fibers». Das liegt unter anderem daran, dass längst nicht alle Flammschutzmittel unbedenklich sind, sei es durch die Verwendung nicht-erneuerbarer Materialien bei ihrer Herstellung oder durch ihre gesundheitsschädliche Wirkung. In den letzten Jahren wurden viele kritische Flammschutzmittel verboten, und gemäss Gaan werden in Zukunft weitere Verbote folgen. Da gilt es, Alternativen zu finden. Dazu hat COST, die europäische Forschungskooperation, die als Partner des Workshops auftrat, das vierjährige Projekt «FLARETEX» ins Leben gerufen. Es hat zum Ziel, nachhaltige Flammschutzmittel für Textilien und ähnliche Materialien zu finden, um bisherige Chemikalien zu ersetzen. Auch die KTI – ebenfalls Workshop-Partner – unterstützt Institutionen (unter anderem die Empa) bei Forschungsprojekten zu dieser Thematik.

Flammschutz-Fasern aus der Empa
Nach wie vor sind Unfälle mit Feuer auch in der Schweiz trauriger Alltag. Gemäss dem «Center of Fire Statistics» kommen in Europa pro Jahr bis zu 25‘000 Personen durch Feuer ums Leben. Daher arbeitet auch die Empa mit Hochdruck an der Weiterentwicklung von Mitteln und Möglichkeiten, solche Unfälle in Zukunft zu verhindern. Die Empa erforscht und entwickelt seit mehr als zehn Jahren nachhaltige und ökologische Flammschutzmittel. Vor allem die Abteilung «Advanced Fibers» in St. Gallen befasst sich mit Additiven und flammgeschützten Fasern im textilen Bereich. So ist das Team um Rudolf Hufenus etwa dabei, so genannte intumeszente thermoplastische Fasern herzustellen, die heute bereits im Häuserbau verwendet werden. Damit werden beispielsweise Stromleitungen versehen. Bei Hitze gewinnt das Material an Volumen und verliert an Dichte, was das Feuer eindämmt und so verhindert, dass es sich weiter ausbreiten kann.

Empa-Akademie als erfolgreiche Plattform
Insgesamt orientierten acht internationale Referenten über den aktuellen Stand ihrer Forschung. Doch nicht nur Forschungsergebnisse, auch Vorschriften und Prüfverfahren zum Brandschutz waren ein Thema, ebenso wie die Sicht der Industrie auf die momentane Lage. Der Workshop bot den Teilnehmenden spannende Einblicke und förderte den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren. Klar ist, dass Flammschutzmittel nach wie vor ein heisses Thema in der internationalen Forschungswelt darstellen
 
 
 

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