Fachleute diskutieren über Risiken intelligenter Implantate

Ethische Grenzen für Computer im Körper

26.11.2008 | IVO MARUSCZYK
«Vom homo sapiens zum Roboter»: Fachleute diskutieren am 27. November über Möglichkeiten und Risiken, die der Einsatz intelligenter Implantate mit sich bringt. Sind wir auf dem Weg zu Maschinenwesen? Was bedeutet die Entwicklung für die Autonomie des Menschen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der letzten Diskussionsveranstaltung über die «Verletzlichkeit der Informationsgesellschaft» im ausgehenden Jahr der Informatik.
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«Cyborgs», Mischwesen aus Mensch und Maschine, fristen ihr Dasein bislang nur als Fabelgestalten in «Star Trek» und ähnlichen Science-Fiction-Filmen und -Serien. Doch mit dem technischen Fortschritt kommen die Phantasien der Filmemacher und die Realität sich immer näher: Die Verbindung von Informatik, Nano- und Biotechnologie schafft immer bessere Möglichkeiten der Therapie und der Gesundheitsüberwachung durch «intelligente Implantate».
 
Die Entwicklung bringt erstaunliche Aussichten für Ärzte und Patienten, doch zugleich wirft sie Fragen auf: Wo liegen die Vorteile und die Grenzen dieser Verschmelzung von Mensch und Computer? Für welche Erkrankungen und Behinderungen ist der grösste Nutzen zu erwarten? Welche Missbrauchsmöglichkeiten sind zu befürchten, etwa zu Dopingzwecken in Sport oder Beruf? Welche Folgen hat die komplexe Technik für die Autonomie der PatientInnen?
 
Diese Fragen werden am 27. November 2008 ab 18.15 Uhr im Institut für Philosophie und Ethik der Fritz Allemann Stiftung beleuchtet: «Computer im Körper: Vom homo sapiens zum Roboter» heisst die letzte von sechs Veranstaltungen der Reihe «Verletzlichkeit der Informationsgesellschaft» im Rahmen des Jahrs der Informatik («informatica08»). Diese Reihe wurde gemeinsam von der Empa und der Stiftung Risiko-Dialog organisiert.
 
Hans Scherberger vom Institut für Neuroinformatik der Universität und der ETH Zürich informiert darüber, was intelligente Implantate heute schon können oder bald erreichen werden. Sein Vortrag steht unter dem Motto «Vom Patienten zum Cyborg?». Über die Möglichkeiten und Grenzen aktueller Therapiesysteme spricht Erik Schkommodau vom Institut für Medizinal- und Analysetechnologie der Fachhochschule Nordwestschweiz. Abschliessend wirft Andreas Bachmann vom Ethikbüro «Ethik im Diskurs» die Frage auf, ob wir mit der Verwendung von Computern im Körper an ethische Grenzen stossen. Die Veranstaltung leitet Hans Kastenholz, Empa-Fachmann für Technikfolgenabschätzung und Risikowahrnehmung.
 
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist kostenlos, allerdings ist die Anzahl Plätze begrenzt. Eine Anmeldung unter www.risiko-dialog.ch/verletzlichkeit ist daher erforderlich.
 
 


 

 

 

 
Jahr der Informatik – informatica08
Das Jahr der Informatik – informatica08 – ist ein Projekt zur Förderung der Informatik in der Schweiz. Die Initiative wird getragen vom Dachverband der Schweizer Informatik- und Telecomorganisationen ICTswitzerland und seinen Mitgliedorganisationen. Weiter beteiligt sind der Schweizerische Wirtschaftsverband der Informations-, Kommunikations- und Organisationstechnik (SWICO) sowie die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW).
Mit nationalen Grossveranstaltungen, regionalen Events sowie Medien- und Informationskampagnen in allen Sprachregionen soll einer breiten Öffentlichkeit die zentrale Bedeutung der Informatik für die künftige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft bewusst gemacht werden. Gleichzeitig will die Initiative das Interesse der Jugendlichen, namentlich auch der jungen Frauen, an der Informatik als spannende Wissenschaft und attraktives Berufsfeld wecken.