«Swiss Tribology» gegründet

Damit das Netzwerk möglichst reibungslos läuft

22.06.2006 | REMIGIUS NIDERÖST

Die Empa stellt die erste Präsidentin der am 12. Juni 2006 in Genf gegründeten «Swiss Tribology». Die Fachgesellschaft will den Informations- und Technologieaustausch auf dem Gebiet der Tribologie – der Erforschung von Reibungsphänomenen, Verschleiss und Schmierung gegenseitig bewegter Körper – fördern. TrägerInnen sind die Empa, die ETH Zürich, die Universität Basel, die Fachhochschule Westschweiz, die Robert-Mathys-Stiftung, Blaser Swisslube und der Verband der Schweizerischen Schmierstoffindustrie.

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Tribologische Aspekte sind bei grossen Kunst- und Bauwerken, aber auch im Kleinen wichtig: Ob bei einer Positionierung einer Statue im alten Ägypten oder bei dem mechanischen Werk einer Uhr.

Werden in mechanischen Systemen Reibung und Verschleiss optimiert, führt das zu einem geringeren Energieverbrauch sowie auch zu höherer Zuverlässigkeit. Eine möglichst geringe Reibung mit dadurch weniger Verschleiss ist von grossem wirtschaftlichem und ökologischem Interesse. Wie das zu erreichen ist, bildet den Inhalt der Tribologie, der Wissenschaft von Reibung, Verschleiss und Schmierung gegeneinander bewegter Körper. Verbesserungen auf diesem Gebiet sind etwa möglich durch ein neues Konstruktionskonzept besagter mechanischer Systeme, durch effizientere Schmierstoffe sowie auch durch weiterentwickelte Materialien und Beschichtungen. Bei Gelenkimplantaten beispielsweise liess sich mit tribologischer Forschung die Biokompatibilität verbessern; zudem waren die neuen Implantatwerkstoffe weniger anfällig für Korrosion und Verschleiss – drei entscheidende Faktoren für die Lebensdauer eines Implantates.

Erfolgreiche Entwicklungen kommen aber nicht von ungefähr – sie erfordern eine intensive Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Ingenieurinnen aus den unterschiedlichsten Disziplinen wie Maschinenbau, Biologie, Chemie, Physik, Medizin, Materialien, Oberflächen, Rheologie, Mechanik, Nano- und Mikrotechnologie. Die Zusammenarbeit unter den WissenschaftlerInnen zu fördern und den Transfer der neusten Erkenntnisse hin zur Industrie zu unterstützen, ist das Ziel von «Swiss Tribology». Dazu organisiert die Gesellschaft zukünftig Treffen und arbeitet daran, ein nationales Netzwerk mit Verbindungen zu Tribologiegruppen und Fachgesellschaften anderer Ländern aufzubauen.

 
Der Vorstand von «Swiss Tribology»: Eric Rosset, Vinzenz Frauchiger, Nic Spencer, Michael Eglin, Stephano Mischler (stehend von links). Ernst Meyer, Jan Fiala-Goldiger, Rowena Crockett (sitzend von links
 

Anwesend an der Gründungsversammlung waren Ernst Meyer (Universität Basel), Rowena Crockett (Empa), Nicholas Spencer (ETH Zürich), Stéphane Rollier (Rolex), Vinz Frauchiger (Robert-Mathys-Stiftung), Stefano Mischler (EPFL), Michael Eglin (Blaser Swisslube), Jan Fiala-Goldiger (Verband der Schweizerischen Schmierstoffindustrie) und Eric Rosset (EIG/HES SO, Genf). Dabei wurden auch die Vorstandsmitglieder gewählt und die Statuten verabschiedet. Die Empa als eine der Gründungsinstitutionen stellt mit Dr. Rowena Crockett die erste Präsidentin von «Swiss Tribology».

 

Weitere Informationen

www.swisstribology.ch

Dr. Rowena Crockett, Abteilung Nanoscale Materials Science, Tel. +41 44 823 46 12,