Atmospheric Chemistry and Physics Award

Empa-Forscher erhält Auszeichnung des sc | nat

13.09.2006 | REMIGIUS NIDERÖST

Im Rahmen der Jubiläumstagung zum 75-jährigen Bestehen der hochalpinen Forschungsstation Jungfraujoch vergibt die Kommission für Atmosphärenchemie und -physik der Schweizerischen Akademie für Naturwissenschaften (sc | nat) den diesjährigen Atmospheric Chemistry and Physics Award an den Empa-Mitarbeiter Stefan Reimann sowie an Yasmine Calisesi vom International Space Science Institute (ISSI) Bern.

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Der in der Abteilung «Luftfremdstoffe/Umwelttechnik» tätige Reimann erhält den Preis für seine Messungen und Modellierungen von flüchtigen organischen und halogenierten Stoffen in der Troposphäre. Diese Arbeiten tragen entscheidend dazu bei, Aussagen über den Ursprung und die Verbreitung von Treibhausgasen in Europa machen zu können.

Reimann ist Mitinitiant des europäischen Projekts SOGE zur Beobachtung von halogenierten Treibhausgasen, dem vier Beobachtungsstationen angeschlossen sind. Eine davon befindet sich auf dem Jungfraujoch, die drei weiteren in Mace Head (Irland), Monte Cimone (Italien) und Ny-Alesund (Spitzbergen). Es gelang ihm, SOGE an globale Netzwerke wie AGAGE (Advanced Global Atmospheric Gases Experiment) und NOAA (National Oceanographic & Atmospheric Administration, USA) anzubinden. Dadurch ermöglichte er den Aufbau einer soliden globalen Daten- und Wissensbasis.

Indem Reimann die vom Jungfraujoch stammenden Daten mit Trajektorien verknüpfte, konnte er zeigen, dass es einigen europäischen Ländern nicht gelingt, ihren Ausstoss von halogenierten Treibhausgasen korrekt zu quantifizieren. Für die Schweiz entwickelte Reimann eine neuartige Methode, die Emissionen solcher Gase zuverlässig abzuschätzen.

Die Resultate seiner Studien wurden in angesehenen wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert, so auch 2005 in «Nature». (r n)