Water Hub

NEST trägt auch dazu bei, viel versprechende Lösungen zur Reduktion des Wasserverbrauchs und zur Nutzung verschiedener Stoffe im Abwasser weiterzuentwickeln: Im Water Hub testet die Eawag Systeme, die Wasser und Abwasser möglichst effizient und vielseitig nutzen.
Ein sparsamer Umgang mit Wasser ist weltweit ebenso wichtig wie die nachhaltige Nutzung energetischer Ressourcen. NEST ermöglicht es, das Potenzial der Wasserbewirtschaftung sowohl im einzelnen Gebäude als auch auf Quartierebene zu untersuchen.

Forschungsthemen Water Hub

Der Water Hub widmet sich folgenden Forschungsthemen:

Nährstoffe aus Urin – nutzen statt runterspülen
Seit 2015 ist Aurin als Dünger auf dem Schweizer Markt erhältlich. Aurin entsteht unter anderem aus dem Urin, der im NEST getrennt gesammelt wird. Der Urin durchläuft hier im Water Hub einen mehrstufigen Prozess: In der Anlage hier wird der Urin zur Zeit sta-bilisiert, d.h. der Stickstoff wird in eine Form gebracht (Nitrat), die sich nicht mehr verflüchtigen kann. In unbehandeltem Urin ver-flüchtig sich der Stickstoff in Form von Ammoniak und verursacht zusammen mit organischen Substanzen den schlechten Geruch von Urin (Probeflasche zum Riechen herumgeben).
Im blauen Filter neben der Anlage werden Medikamentenrückstän-de mit Aktivkohle entfernt. Dadurch ist der Dünger Aurin absolut schadstofffrei. Im Gegensatz zu Kunstdünger, enthält Aurin auch keine Schwermetalle wie Cadmium oder Uran.
Der stabilisierte Urin wird an der Eawag zu einem Düngerkonzentrat eingedampft, welches beim Empfang im NEST für 10 CHF pro 0.5 L-Flasche zum Verkauf steht. Mit Aurin schliessen wir den Nähr-stoffkreislauf mit einem einheimischen Rohstoff – Urin.
 

Aufbereitung und Nutzung von Grauwasser

Mit der Aufbereitung und Nutzung von Grauwasser wird rund 50% Frischwasser gespart, wenn das aufbereitete Wasser eine genügende Qualität nicht nur für die Toilettenspülung, sondern auch fürs Waschen, Reinigen und Bewässern aufweist. Im städtischen Umfeld ist Grauwasser eine zuverlässige Wasserquelle. Im Water Hub werden wir ein neuartiges Grauwasserbehandlungsverfahren umsetzen: die „Schwerkraftbetriebene Membran-Filtration“ in Kombination mit einer biochemischen Nachbehandlung. Dieses neuartige Aufbereitungsverfahren wird mit Direktmessungen der Wasserqualität im zukünftigen Grauwasser-Verteilsystem überwacht und gesteuert.

Abwasser als Energiequelle: Energiegewinnung aus Fäkalien

Die mangelhafte oder gar nicht vorhandene Behandlung und Aufbereitung von Fäkalschlamm ist ein weltweites Problem. Das grösste Hindernis ist dabei die Entwässerung von Fäkalschlamm. In diesem Projekt gewinnen wir grundlegende Kenntnisse in der Fäkalschlammentwässerung. Dieses Wissen nutzen wir, um zu untersuchen, wie sich die Aufbereitung so verbessern und weiterentwickeln lässt, dass sie auch die Ressourcen-Rückgewinnung ermöglicht. Aus den Untersuchungsergebnissen werden zudem Empfehlungen abgeleitet, um aus Entwässerung und Ressourcen-Rückgewinnung hochqualitative Endprodukte zu erhalten, etwa Treibstoff, Wärme und Stro

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