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Workshop:
Wissen in Nachhaltigkeitsnetzen
Der
GI-Arbeitskreis »Informationsgesellschaft und Nachhaltige Entwicklung« möchte während
der Konferenz »Nachhaltigkeit in der Informationsgesellschaft« 10.-12. Oktober 2001,
ETH-Zürich, Schweiz, einen interdisziplinären Workshop zum Thema informationstechnisch
gestützter Wissensnetzwerke durchführen.
Call for Papers
Im Zusammenhang mit den Veränderungen in der Produktions- und Lebensweise der Menschen,
die das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung notwendig macht, wird WISSEN zu einer
zentralen Kategorie. Unser Wissen über WISSEN in verteilten, komplexen und dynamischen
Sozialsystemen (Wie lernen soziale Systeme? Wie lernt eine Gesellschaft?) befindet sich
gegenwärtig noch in einem rudimentären Stadium, um es erfolgreich als Ressource für die
Rückgewinnung unserer Zukunftsfähigkeit einsetzen zu können. Vor allem müssen wir zur
Kenntnis nehmen, dass die traditionellen Muster der Generierung und Verteilung von Wissen
(v.a. die hierarchischen Erfassungs- und Distributionsformen) im Zuge der sogenannten
digitalen Revolution ihre dominierende Rolle eingebüßt haben. Netzwerkstrukturen sind an
ihre Stelle getreten und mit ihnen ein rasanter Wandel der gesellschaftlichen
Informations- und Kommunikationsverhältnisse, wie selten zuvor in der Geschichte der
Menschheit. Wichtiger als die Zunahme des verfügbaren Wissens, die Geschwindigkeit seiner
Ausbreitung oder die Vielfalt des Zugriffs auf Informationen scheint dabei ein anderer
Punkt zu sein: Neben den kognitiven treten die kommunikativen Grundlagen der Entstehung
von und des Umgangs mit Wissen immer mehr in den Vordergrund. Zeitgenössische
soziologische Studien zur raum-zeitlichen Entkopplung gesellschaftlicher Kommunikation
haben den Blick auf die Möglichkeit einer kollektiv-globalen Wissenserzeugung gelenkt,
also auf Wissen das nicht mehr auf einzelne Akteure oder Gruppen zurechenbar ist, sondern
in den Kommunikationsverhältnissen selbst zu suchen ist. Wenn diese Diagnose stimmt, muss
das Konsequenzen auf die Gestaltung von iuk-technischen Systemen haben, mit denen die
Bildung von gesellschaftlichem Wissen unterstützt werden soll. Es wird vermutet, dass die
existierenden Systeme, seien es Groupware, CSCW und Mediationssysteme, dieser neuen
Situation nicht adäquat sind oder nicht adäquat eingesetzt werden. Ob das so ist und -
wenn ja - welche neuen Gestaltungsoptionen es gibt, soll auf dem Workshop diskutiert
werden.
Interessenten, die einen Beitrag zu dieser Thematik leisten möchten, schicken bitte zum
1. Mai 2001 ein ca. ein- bis zweiseitiges Abstract, das die zentralen Thesen des Autors
enthalten soll, an die u.a. Adressen. Die Thesen können sich auf folgende Aspekte
beziehen:
- Was spricht für oder gegen die oben genannten Initialthesen
und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?
- Welchen Wissensbedarf gibt es in Bezug auf Sustainable
Development?
- Was wird unter Wissen verstanden und wie wird es gegenüber
Information und Daten abgegrenzt?
- In welcher Form kann Wissen generiert werden?
- Wie können Wissensnetzwerke systemtechnisch unterstützt
werden?
- In welchem Zusammenhang stehen soziale und technische
Netzwerke?
- Welche Modelle, Begriffe und Leitbilder liegen den
vorhandenen technischen Unterstützungssystemen zugrunde?
Michael Paetau
und Eva Hüttenhain
GMD-German National Research Center for Information Technology
Institute for Autonomous intelligent Systems
Schloss Birlinghoven, D-53754 Sankt Augustin |