Organische Farbstoffsysteme
Zentrale Aufgabe ist es nun Farbstoffsysteme zu entwickeln, die die Fähigkeit besitzen vom sichtbaren Bereich bis in den NIR-Bereich hinein Photonen im hohen Mass zu absorbieren. Dabei sind u.a. folgende physikalischen und chemischen Eigenschaften zentral:
- Die Farbstoffe müssen einen sehr hohen Exctinktionskoeffizient aufweisen.
- Die Lücke zwischen dem HOMO (höchsten besetzten Molekülorbital) und dem LUMO (niedrigsten unbesetzten Molekülorbital) des Farbstoffes muss klein sein.
- Elektrische Ladungen sollen eine hohe Mobilität im Molekül haben.
- Das Verhältnis des Stromflusses zu den einfallenden Photonen (Incident Photon To Current Efficiency-IPCE) sollte gegen 100% sein, d.h. nahezu jedes absorbierte Photon injiziert ein Elektron.
- Die Farbstoffe müssen stabil unter dem Einfluss der solaren Strahlung sein.
- Die Farbstoffe müssen löslich in gebräuchlichen Lösungsmitteln für ihre Verarbeitung sein.
- Die Synthese der Farbstoffe sollte im industriellen Massstab durchführbar sein.
Die Klasse der Polymethinfarbstoffe zeigt viele der oben aufgeführten Eigenschaften und weist daher ein hohes Potential für die Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie auf.
Polymethinfarbstoffe sind substituierte oder unsubstituierte Polyene mit einer ungeraden Anzahl von Methin-Gruppen, die von Auxochromen, einer Akzeptor- und Donorgruppe, flankiert sind (Abbildung 3). Dabei besteht durch die Heteroatome oder Heterocyclen einen Mangel oder Überschuss an π-Elektronen. Dieser Molekülaufbau wirkt als push-pull-System. Auf Grund der unterschiedlichen Ladungen der Moleküle wird in drei weiteren Klassen unterteilt, den Cyanin-, den Merocyanin- und den Oxonolfarbstoffen. Die Cyaninfarbstoffe sind positiv geladen und werden nach der Anzahl der Methineinheiten (-CH=) auch kurz z.B. als Tri-, Penta-, Heptamethinfarbstoffe bezeichnet.
Eine spezielle Klasse, die strukturell von den Polymethinfarbstoffen abweicht, sind die Farbstoffe der Quadrat- und Krokonsäure. Ebenfalls durch Heterocyclen flankiert, bilden diese Farbstoffe auf Grund des Säurecharakters der Quadrat- und Krokonsäure ein inneres Salz und sind dadurch im Unterschied zu den Cyaninfarbstoffen nicht geladen (Abbildung 2).
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