Die Lebensdauer von Elektronik-Konsumgütern ist in der Regel bedeutend länger als deren Gebrauchszeit. Fernsehapparate werden beispielsweise im Durchschnitt alle 6 Jahre ersetzt, obwohl sie durchaus 15 Jahre im Einsatz stehen könnten. Funktioniert ein Gerät nicht mehr, wird es vielfach entsorgt, obwohl der Schaden lediglich auf eine einzige defekte Komponente zurückgeht. Der Elektronikmüll türmt sich zu Bergen von Millionen elektronischer Komponenten, die noch viele Jahre einwandfrei funktionieren würden.
"Damit Hersteller bereit sind, Komponenten wieder zu gebrauchen, müssen verlässliche Angaben zu deren Funktionstüchtigkeit und erwarteter Lebensdauer gemacht werden können," sagt Dr. Urs Sennhauser, Leiter der Empa-Abteilung für Elektronik / Messtechnik und ETH-Dozent für Physik der Ausfälle und Ausfallanalysen elektronischer Schaltungen. Ein Projektteam seiner Abteilung (Günter Grossmann, Peter Jacob und Stefan Schürch) hat deshalb Methoden zur Bestimmung der Verfügbarkeit von Geräten entwickelt, Kriterien für die Schätzung der verbleibenden Lebensdauer von Komponenten definiert und Reparaturstrategien vorgeschlagen. Die möglichen Methoden zur Schätzung der Lebenszeit einer elektronischen Komponente reichen dabei von einer einfachen visuellen Inspektion bis hin zu Methoden, bei welchen die Temperaturen in der Leistungselektronik beziehungsweise der Leckstrom in Halbleitern (CMOS) gemessen werden.
Die Forschungsinitiative Eureka, mit heute 31 Mitgliedstaaten ein fester Bestandteil europäischer und schweizerischer Forschungs- und Technologiepolitik, setzt mit der Wahl der Preisträgerin ein Zeichen für den schonenden Umgang mit Ressourcen. Das an der Empa erarbeitete Wissen wird in Workshops im Rahmen der Eureka Care Umbrella Programme weitergegeben. Urs Sennhauser, selbst in verschiedenen Forschungsprojekten im Bereich der Mikroelektronik als Supervisor und Projektleiter tätig, zum Preis: "Der Gewinn des Lillehammer Preises ermutigt uns, unsere Forschungsarbeit auf diesem Gebiet fortzusetzen. Er wird hoffentlich auch zur Folge haben, dass Unternehmen der Elektronikindustrie sich in Zukunft vermehrt mit Öko-Design-Konzepten auseinandersetzen." |