Verbundwerkstoffe bestehend aus Nanofibrillierter Cellulose und Biopolymeren
Nanofibrillierte Cellulose (NFC) ist ein stark hydrophiles Material, das aufgrund seiner fibrillären Strukturen mit Durchmessern unterhalb 100 nm eine grosse Oberfläche aufweist. Die molekulare und supramolekulare Anordnung von Anhydroglucose Einheiten (die Grundbaustoffe der Cellulose) führt zur Ausbildung von kristallinen Bereichen, die für die aussergewöhnlich hohe Steifigkeit und Festigkeit von NFC verantwortlich sind. Aufgrund dieser überragenden mechanischen Eigenschaften bietet sich NFC als Verstärkung für Kunststoffe an, insbesondere zur Herstellung von grünen Verbundwerkstoffen mit Biopolymeren. Allerdings sind Biopolymere meist hydrophob, weshalb die beiden Komponenten nur einen schwachen Verbund ausbilden. Ausserdem kann NFC bisher lediglich in Form niedrig konzentrierter wässriger Suspensionen hergestellt werden, was die Weiterverarbeitung mit Biopolymeren erschwert. Zusätzlich entstehen durch den beträchtlichen Wasseranteil höhere Kosten für Lagerung und Transport des Materials, und es wird für mikrobiellen Abbau anfällig. NFC kann jedoch nicht einfach im Ofen getrocknet werden, denn dabei findet ein irreversibler Aggregationsprozess statt, der zum Verlust der vorteilhaften Eigenschaften des Materials führt. Im Rahmen dieses Projekts werden mit Hilfe von chemischer Modifizierung der NFC-Oberfläche neue Verfahren und Methoden zur Trocknung von NFC und zur Verbesserung der Adhäsion zwischen NFC und Biopolymer Matrices entwickelt. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Luleå Technical University (LTU, Schweden) durchgeführt. Kontakt: Tanja Zimmermann |