Kristall / sexuelle BelästigungSexuelle
Belästigung wird nicht geduldet
Die Direktion und Geschäftsleitungen der Empa dulden keine sexuelle Belästigung und gehen mit aller Konsequenz
dagegen vor.
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist auch
in der Schweiz weit verbreitet. Eine Studie aus dem Jahre 1993, die erste
und bis anhin einzige für die Schweiz, bestätigt, was andere
Untersuchungen in verschiedenen Ländern schon früher festgehalten haben:
Sexuelle und sexistische Belästigungen am Arbeitsplatz kommen oft vor; die
Betroffenen sind in erster Linie Frauen, und es sind Frauen jeden Alters:
die Belästigungen haben für sie gravierende Auswirkungen. In der erwähnten
Studie gaben 59 Prozent der befragten Frauen an, im Verlaufe ihrer letzten
zwei Arbeitsjahre und am Arbeitsplatz, den sie zum Zeitpunkt der Befragung
innehatten, sexuell belästigt worden zu sein. 87 Prozent waren mehrmals
Opfer dieser Belästigungen, für 70 Prozent der belästigten Frauen
erstreckten sich die Belästigungen über ein Jahr.
Seit Ende der 80er Jahre wird sexuelle
Belästigung am Arbeitsplatz in der Schweiz von verschiedenen Gruppen und
Gremien diskutiert (Unternehmen, Gewerkschaften, Gleichstellungsbüros,
Parlament, Komitees gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz). Auf der
einen Seite geht es darum, eine verbindliche Definition von sexueller
Belästigung am Arbeitsplatz zu erarbeiten, auf der anderen Seite sollen
die Betroffenen ermutigt werden, sexuelle Belästigung nicht länger zu
erdulden. Denn es gibt für Betroffene rechtliche Grundlagen, sich zur Wehr
zu setzen. Und es gibt Institutionen, die sie bei ihren Schritten
unterstützen. Darüber hinaus soll klar gemacht werden, dass
ArbeitgeberInnen eine Verantwortung für Vorfälle sexueller Belästigung in
ihren Unternehmen wahrzunehmen haben.
Es lohnt sich, sich zu wehren. Erfahrungen
zeigen, dass Belästigungen eher gestoppt werden können, wenn Frauen es
trotz ihrer berechtigten Angst vor negativen Auswirkungen wagen, offensiv
auf Belästigungen zu reagieren. Durch aktive Gegenwehr können sie ihr
Selbstwertgefühl wiedergewinnen und sich aus der demütigenden Opferrolle
befreien.