Krieg um Öl oder Frieden durch die Sonne
Noch weiter in die Zukunft blickte der deutsche Fernsehmoderator Hans Alt, der sich für eine kompromisslose Nutzung erneuerbarer Energien einsetzt. Das gegenwärtige Muskelspiel der einzigen verbliebenen Weltmacht mit dem Ziel, sich noch vorhandene Erdölreserven nach Bedarf auf kriegerische Weise zu sichern, findet er erschreckend. In einer Horrorvision, die auf Schätzungen der Münchner Rückversicherung beruht, übersteigen die Kosten zur Beseitigung von Naturschäden bis ins Jahr 2050 das kumulierte Bruttosozialprodukt aller Länder der Welt. Dieses Szenario beruht auf der Annahme, dass die Menschheit ihren Umgang mit der Natur nicht anpasst. «In einer Welt, in der täglich über 100 Tier- und Pflanzenarten ausgerottet werden, können wir selber ausrechnen, wann auch wir Menschen nicht mehr leben», hielt Alt dem Publikum den Spiegel vor.
Den einzigen Ausweg aus diesem Dilemma sieht Hans Alt in einer nachhaltigen Energiepolitik. «Wir verbrauchen heute an einem einzigen Tag so viel Energie, wie die Natur in 500000 Tagen produziert hat», gab Alt zu bedenken. Er plädierte angesichts der immer knapper werdenden fossilen Energiereserven für die Nutzung von Sonne und Wind. «Die Politik muss allerdings regulativ wirken und die dafür nötigen Rahmenbedingungen schaffen. Nur so gelingt die Abkehr hin zu erneuerbaren Energien.» Für Alt steht die Lösung des Überlebensproblems der Menschheit am Himmel, denn «die Sonne schickt uns 15000-mal mehr Energie zur Erde, als wir alle benötigen.» Und er schliesst mit der rhetorischen Frage, ob sich die Menschen endlich für das Licht am Himmel öffnen oder weiter in schwarze Löcher in der Erde blicken. Wir haben unsere Zukunft in der Hand.
Pascal Lorenzini |