Die metallographischen Präparationsverfahren und Untersuchungsmethoden sind ursprünglich nur bei Metallen, vornehmlich bei Eisenwerkstoffen, zur Anwendung gekommen. Die Metallographie hat dabei wichtige Erkenntnisse z. B. zu den Vorgängen bei Wärmebehandlungsprozessen oder in der Legierungsentwicklung geliefert. Heute stehen eine Vielzahl von Untersuchungsmethoden zur Charakterisierung von Werkstoffen zur Verfügung. Dennoch hat die Metallographie bei den metallischen Werkstoffen immer ihren Stellenwert behaupten können. Im Laufe der Zeit verändert sich das Werkstoffspektrum. Zunehmend ersetzen oder ergänzen Kunststoffe, Keramiken und Verbundwerkstoffe den Einsatz von Metallen. Die Methoden der klassischen Metallographie können auch bei diesen Werkstoffgruppen ihren Beitrag leisten.
Der Vortrag gibt einleitend einen historischen Überblick zur Entwicklung der metallographischen Untersuchungsmethoden. Anhand von Schadensfällen wird die Bedeutung der Metallographie in der Schadenanalytik metallischer Werkstoffe aufgezeigt. Können Bauteile aufgrund ihrer Grösse oder Einzigartigkeit, z. B. Flugzeuge oder archeologische Fundstücke, weder zerlegt noch in das Labor gebracht werden, bietet die ambulante Metallographie einen Lösungsansatz. Auf welche Weise die Keramographie entscheidende Problemlösungen liefern kann, wird anhand eines defekten Kugellagers verdeutlicht. Nicht nur das Erkennen von Schwachstellen an Bauteilen ist Thema bei den Kunststoffen, sondern auch die Problematik der Probenpräparation. Leiterin EMPA Akademie Dr. Anne Satir
|